{"id":1157,"date":"2017-04-04T19:32:41","date_gmt":"2017-04-04T19:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/construction\/"},"modified":"2022-06-02T11:03:11","modified_gmt":"2022-06-02T11:03:11","slug":"konstruktion","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/de\/konstruktion\/","title":{"rendered":"Konstruktion_ <small>Arbeitsphilosophie und &#8211; Techniken<\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Das Befassen mit der Esthetik, die kulturelle Entwicklung eines Landes oder einer Region, seine musikalischen Br\u00e4uche und der technische Entwicklungsstand dieser Epoche geben uns einen Anhaltspunkt uns an den Charakter des kleinen barocken Instrumentes von Juan de In\u00e9s anzun\u00e4hern.<\/p>\n<p>Die Realisation einer Nachkonstruktion nach streng historischem Vorbild im 21. Jahrhundert setzt ohne Zweifel eine radikale Einstellung, grossen Respekt und Sensibilit\u00e4t in Bezug auf Kenntnisse und Anwendung traditioneller Arbeitstechniken und Verwendung von traditionellen Materialien voraus, wobei man die Entwicklung neuer technischer Errungenschaften und musikalischre Entwicklungen bewusst beiseite stellen muss.<br \/>\nWir sind uns aber auch bewusst, dass nur allein die Anwendung dieser alten Arbeitstechniken uns nicht das wahre Konzept und die Seele dieser kastillischen Barockinstrumente offenbaren und dass uns die heutigen zur Verf\u00fcgung stehenden modernen Technologien zus\u00e4tzlich M\u00fche bereitet von diesen \u00b4\u00b4primitiven \u00b4\u00b4 Techniken Gebrauch zu machen.<\/p>\n<h2>Das Geh\u00e4use<\/h2>\n<p>Das Geh\u00e4use wurde nach originalem Vorbild mit seinen identischen Masseinheiten rekonstruiert. Das daf\u00fcr verwendete Holz ist Kiefernholz erster Qualit\u00e4t, das aus der kastillischen Region Soria kommt.<br \/>\nSo wurden auch die Dekoration, Schnitzereien und Profilleisten ebenfalls treu nach historischem Vorbild und mit der selben Holzart reproduziert, um die visuelle Esthetik des Originals zu respektieren und zu imitieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_65\" aria-describedby=\"caption-attachment-65\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-65 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-del-mueble.jpg\" alt=\"\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-65\" class=\"wp-caption-text\">Konstruktion und Dekoration des Geh\u00e4uses<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr die Farbfassung und Vergoldung entschied man sich f\u00fcr eine Nachahmung einer Dekoration wie sie Mitte des 18. Jahrhunderts \u00fcblich war; die Fl\u00e4chen mit Farben marmoriert und Schnitzereien als auch Profilleisten vergoldet, anstatt die vorgefundene Farbfassung zu imitieren, die nicht mehr dem Original entspricht.<br \/>\nDie Farbdekoration wurde ebenfalls nach altem Vorbild und traditionellem Arbeitsverfahren realisiert; Temperafarben gebunden mit Heissleim in Gr\u00fcn-, Blau- und Rot \u2013T\u00f6nen, hergestellt aus nat\u00fcrlichen Erdfarben. Die Vergoldung der Schnitzereien und Profilleisten auf Gips und Bolusbasis, zum Schluss wurde die ganze bearbeitete Oberfl\u00e4che mit einem Lack nach altem Rezept veredelt und versiegelt.<\/p>\n<h2>Das Instrument<\/h2>\n<p>Die technische Einfachheit schliesst nicht seine Feinheit und Pr\u00e4zision in Bezug auf seine Konstruktion und Spielm\u00f6glichkeiten aus.<br \/>\nDie Windlade,<strong>&#8218;das Herz der Orgel&#8216;<\/strong> , wurde ebenfalls nach originalem Vorbild kastillischer Orgeln aus dieser Zeit rekonstruiert, da sie immer noch nach 250 Jahren ein hervorragendes Resultat vorweisen k\u00f6nnen. Es handelt sich um eine Schleiflade aus gut getrocknetem Kiefernholz erster Qualit\u00e4t mit Schleifen aus Nussbaum, eine Eigenart die wir in den besten Orgelbauwerkst\u00e4tten dieser Epoche vorfinden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_59\" aria-describedby=\"caption-attachment-59\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-de-secretos.jpg\" alt=\"Arca de viento, correderas y ventanas valvulas\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-59\" class=\"wp-caption-text\">Windkasten, Schleifen und Ventil\u00f6ffnungen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Windlade hat eine chromatische Pfeifenaufstellung und alle Register sind nach spanischer Art des 18. Jahrhunderts geteilt. Die Kan\u00e4le in den f\u00fcr Spanien typischen Verf\u00fchrungsst\u00f6cken verteilen den Wind in die Fassadenpfeifen, die einer eigenen visuellen Anordnung folgen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_60\" aria-describedby=\"caption-attachment-60\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-60 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-de-tablones-acanalados.jpg\" alt=\"Detalles tablones acanalados\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-60\" class=\"wp-caption-text\">Teilansicht eines Verf\u00fchrunsstockes<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch die Basspfeifen des Gedecktregisters stehen auf einem <strong><span class=\"negritaroja\" style=\"color: #990000;\">V<\/span><span class=\"negrita\">erf\u00fchrunsstock<\/span> <\/strong>und das mehrreihige <strong><span class=\"negritaroja\" style=\"color: #990000;\">K<\/span><span class=\"negrita\">ornettregister<\/span> <\/strong>ist nach spanischer Art mit Einzelkondukten hochgeb\u00e4nkt.<br \/>\nDiese spanischen Verf\u00fchrunsst\u00f6cke sind ebenfalls aus erstklassigem, gut getrocknetem Kiefernhoz konstruiert und die vertieften Kan\u00e4l,e die auf beiden Seiten verlaufen sind nach alter kastillischerTradition mit weissem Schafleder erster Qualit\u00e4t und nat\u00fcrlicher Gerbung mit dem Namen \u00b4Baldr\u00e9s \u00b4 abgedichtet und mit Warmleim auf das Holz aufgeleimt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"negrita\">Die Spielmechanik<\/span><\/strong> des Manuals ist einfach und direkt mit einem Wellenbrett.<br \/>\nDie Registerwellen, &#8211; Z\u00fcg und &#8211; Kn\u00f6pfe sind aus Holz mit gschmiedeten Eisen\u00e4rmchen<br \/>\nAlle Orgelteile wurden nach altem Vorbild und mit den selben Materialien rekonstruiert, mit Ausnahme weniger technischer Einzelheiten, aus praktischen Sicherheitsgr\u00fcnde, wie hangearbeitete Eisenn\u00e4gel um die St\u00f6cke und die Schleifen zu fixieren , zu regulieren und zu dichten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_64\" aria-describedby=\"caption-attachment-64\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-de-la-mecanica.jpg\" alt=\"Detalle de forjado, mec\u00e1nica de notas y de registros\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-64\" class=\"wp-caption-text\">Teilansicht der Schmiedearbeit, Registermechanik und Register<\/figcaption><\/figure>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"negrita\">Die Tasten der Klaviatur<\/span><\/strong> haben f\u00fcr die Untert\u00f6ne Knochenbel\u00e4ge und die Obert\u00f6ne Grenadillholz. Die Tastenarme sind aus gut getrocknetem Kiefernholz.<br \/>\nDie Masseinheiten der Klaviatur entsprechen keinem Standardmass dieser Epoche, die nicht existierte, obwohl das Oktavmass sehr regelm\u00e4ssig war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_61\" aria-describedby=\"caption-attachment-61\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-61 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-teclado.jpg\" alt=\"Detalle del teclado\" width=\"1338\" height=\"299\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-61\" class=\"wp-caption-text\">Teilansicht der Klaviatur<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Tastenarme sind sehr kurz und die Aufh\u00e4ngung ist immer so nah wie m\u00f6glich an den Tastenbel\u00e4gen um eine leichte, subtile und pr\u00e4zise Spieltraktur zu erzielen.<\/p>\n<p>Die Spielkonsole mit Notenbrett ist sehr knapp bemessen, wie das der Brauch der kleinen iberischen Orgeln ist, die ihre Anpassung etwas kompliziert macht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span class=\"negrita\">Das Kapitel <\/span>\u00fcber die Pfeifen ist das umfangreichste was die Prinzipien und die Fertigung anbetrifft.<br \/>\nObwohl Juan de In\u00e9s in grosser Einfachheit lebte, hat er doch immer auf Qualit\u00e4t in der Arbeit und traditionelle Werte geachtet.<br \/>\nAlle Pfeifen sind aus einer 50 %- tigen Legierung gearbeitet mit dicken Wandungen und einer soliden Bauart.<br \/>\nDas Prinzip einer einheitlichen Mensur , ist entsprechend f\u00fcr alle Labialregister.<\/p>\n<figure id=\"attachment_62\" aria-describedby=\"caption-attachment-62\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-62 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/construccion-tuberia.jpg\" alt=\"Detalle de tuber\u00eda\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-62\" class=\"wp-caption-text\">Teilansicht der Pfeifen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei der Rekonstruktion wurden alle Teile m\u00f6glichst originalgetreu nachgebaut.<br \/>\nDas Metall wurde auf Stoff gegossen und mit dem Hobel, wie es in Kastillien \u00fcblich war, in Querrichtung handabgezogen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_63\" aria-describedby=\"caption-attachment-63\" style=\"width: 1338px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-63 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/fundicion-tuberia.jpg\" alt=\"Fundici\u00f3n de las planchas de metal, labrado y construcci\u00f3n de tuber\u00eda\" width=\"1338\" height=\"319\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-63\" class=\"wp-caption-text\">Metallgiessen, Bearbeitung und Pfeifenbau<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Pfeifenkerne sind aus Blei mit einer konstanten Kernfase f\u00fcr alle Register. Die horizontalen Zungenpfeifen des Prospektes sind in einer &#8218;W &#8218;- Form angeordnet und haben aufgeworfene Becher.<br \/>\nDie Zungenkehlen haben wie dies in der kastillischen Schule verbreitet ist aufgel\u00f6tete Kappenenden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span class=\"negrita\">Die drei rekonstruierten Keilb\u00e4lge<\/span><\/strong>, wurden getreu dem historischen Beispiel mit dem in Kastillien \u00fcblichen Masses von einer Ellenl\u00e4nge ( in Kastillien 83,6 cm ) auf 2 Ellenl\u00e4ngen und 6 Falten nachgebaut. Die Keilb\u00e4lge werden wie in der Barockzeit mit Wippenbalken von Hand aufgezogen; die Balgplatten und die Falten sind auch aus Kiefernholz und mit weissem Schafleder (&#8218;Bandres&#8216;) gearbeitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_67\" aria-describedby=\"caption-attachment-67\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-67 size-full\" title=\"Stimmungsdiagramm von Francisco de Salinas ( 1557 )\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/foto_construccion_fuelles_p.jpg\" alt=\"Detalle construcci\u00f3n de fuelles de cu\u00f1a\" width=\"700\" height=\"167\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-67\" class=\"wp-caption-text\">Einblick in den Arbeitsprozess der Konstruktion der Keilb\u00e4lge<\/figcaption><\/figure>\n<hr \/>\n<p>Und schlussendlich nachdem alle Teile der Orgel fertiggestellt sind, bekommt sie mit der Intonation und Stimmung ihren Klangcharakter und musikalische Seele als letzten Schritt der Vollendung. Wir haben versucht uns m\u00f6glichst detaillgetreu an das historische Vorbild zu halten, um den autenthischen Klang in den einzelnen Registern wie auch im Zusammenspiel zu reproduzieren.<\/p>\n<p>Die Tonh\u00f6he befindet sich mit 21 \u00aa Celsius bei 415 Hertz, obwohl das Original noch etwas tiefer liegt.<br \/>\nDer Winddruck wurde auf 60 mm festgelegt.<br \/>\nAlle Pfeifen wurden mit Ausnahme einiger wenige mit offenen F\u00fcssen intoniert.<\/p>\n<p>El temperamento es el mesot\u00f3nico cl\u00e1sico que es el utilizado en Castilla hasta muy entrado el siglo XIX.<br \/>\nDie Holzpfeifen des Trommelspiels die auf D und A gestimmt sind, k\u00f6nnen auch als Pedalt\u00f6ne im Bass eingesetzt werden.<br \/>\nDas Klangvolumen scheint uns geeignet f\u00fcr unterschiedliche akustische R\u00e4umlichkeiten und die baulichen wie auch klanglichen Proportionen der Orgel erlauben es sie an verschiednen Orten zu plazieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_68\" aria-describedby=\"caption-attachment-68\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-68 size-full\" src=\"https:\/\/joaquinlois.com\/proyectoclarin\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2022\/06\/foto_construccion_diagrama_p.jpg\" alt=\"Diagrama de intervalos, Francisco de Salinas (1577)\" width=\"800\" height=\"640\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-68\" class=\"wp-caption-text\">Stimmungsdiagramm von Francisco de Salinas ( 1557 )<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Befassen mit der Esthetik, die kulturelle Entwicklung eines Landes oder einer Region, seine musikalischen Br\u00e4uche und der technische Entwicklungsstand dieser Epoche geben uns einen Anhaltspunkt uns an den Charakter des kleinen barocken Instrumentes von Juan de In\u00e9s anzun\u00e4hern. 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